Glücksorte München

Viertel-Alltag im Mikrokosmos

Das Restaurant „Manouche“

Es ist ein Kommen und Gehen in dem kleinen libanesischen Lokal „Manouche“. Aus dem Radio erklingt orientalische Musik. Der Koch hinter dem bunt gefliesten Tresen singt mit. Nebenbei schnippelt er allerhand frisches Gemüse, das er bald darauf in Porzellanschalen und -schüsselchen anrichtet.

Immer wieder wischt er mit einem Lappen über seine Arbeitsfläche und beobachtet den Alltag draußen auf der Straße. Einer der Gäste fragt: „Was genau ist Zaatar?“ Es dauert einen Moment. Dann kommt ein Kollege, der besser Deutsch kann. Er erklärt: Manouche ist eine libanesische Pizza, die mit verschiedenen Zutaten belegt wird. Die Zaatar-Variante ist der Klassiker mit frischer Minze, Tomaten und Gurken – und kommt wie jede Manouche aus dem Steinofen.

Das bunte Treiben und die durchaus erholsame Geschäftigkeit machen den Laden so sympathisch. Tatsächlich ist er wohl mehr Imbiss als Restaurant. Das hält die Menschen aus dem Viertel aber nicht davon ab, die bunten Tische und Stühle vor dem Lokal mit Leben zu füllen oder es sich auf einem der raren Plätze drinnen gemütlich zu machen.

Ein Plakat gleich am Eingang zeigt, wo’s langgeht: „Welcome – Humanity and Respect“ steht da ganz unscheinbar – und doch omnipräsent. Das Plätzchen macht es einem leicht, an ein Miteinander der Kulturen zu glauben. Kinder laufen die Straße herunter. Sie kommen aus der Schule am Gotzinger Platz, vielleicht auch aus dem Pfarrbüro St. Korbinian ein paar Meter weiter. „Hallo“, ruft der Kellner. „Das Gleiche wie immer?“ Der Junge nickt, wirft seine Schultasche auf die Bank und winkt seiner Mutter zu, die gerade den Blumenladen gegenüber verlässt. Der Kindergarten „Apfelbäumchen“ nebenan macht einen Ausflug. Bunt gescheckt und mit Warnwesten ausgestattet stehen die Kinder zum Abmarsch bereit. Davor hüpft eine der Erzieherinnen noch schnell herüber. Sie bedient sich selbst, das ist hier so üblich; holt sich eine Bionade aus dem Kühlschrank, legt ein paar Münzen auf die Theke, dann ist sie weg. Morgen kommen sie alle wieder.


  • Restaurant „Manouche“, Valleystraße 19, 81371 München, Stadtviertel Sendling
  • www.manouchemanouche.de
  • ÖPNV: U3, 6, Haltestelle Implerstraße, Bus 132, Haltestelle Gotzinger Platz


Fahr hin und werd glücklich!

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Beitragsbild © Stefanie Gentner