Glücksorte Kiel

Und Pac-Man gibt es auch

Das Computermuseum auf der Kulturinsel

Freund Commodore hat schon etwas länger Feierabend. Auf Ebene 4 steht er nun, und gelegentlich schaut Markus Schack vorbei. Erst 13 Jahre war Schack alt, als er in den Ferien den PET 2001 mit Stahlgehäuse ausleihen und mit nach Hause nehmen durfte. „Fast 25 Jahre war der Commodore im Einsatz“, sagt Schack, heute Diplom-Informatiker. Das Gerät, Baujahr 1977 oder 1978, ist eines von etwa 360 Ausstellungsstücken im Computermuseum der Kieler Fachhochschule (FH). Auf rund 800 Quadratmetern ist zu erleben, wie die Maschinen das Denken gelernt haben. „Und Pac-Man spielen geht auch“, betont Schack, der als Technischer Leiter im benachbarten Mediendom tätig ist. Das Museum gilt als das zweitgrößte seiner Art weltweit. Viele der dort untergebrachten Rechenmaschinen und Computer stehen unter Denkmalschutz, darunter die „Z22“: Dem Bauunternehmer und Erfinder Konrad Ernst Otto Zuse (1910–1995) glückte bereits 1941 mit der „Z3“ die Entwicklung des ersten vollautomatisch arbeitenden und programmierbaren Rechners. „1990 hat die FH die Sammlung erhalten“, erinnert sich Schack an den Beginn des Museums. So hatte der Verein „Schleswig-holsteinisches Museum für Rechen- und Schreibtechnik“ 1981 das Ziel formuliert, solche Geräte vor der Verschrottung zu bewahren, und einen ersten Schauraum eingerichtet. Allerdings sollte ein richtiges Museum erst 31 Jahre später eröffnet werden: Es zog in einen 1941 erbauten Bunker ein, der heute zum FH-Gelände gehört. Rund drei Millionen Euro hat die Umgestaltung der früheren Schutzräume gekostet. In einem 3D-Kino beginnt jeder Rundgang.

Danach geht es mitten hinein in die Geschichte der elektronischen Gehirne, die einst ganze Räume füllten und ein Gewicht von 1,6 Tonnen erreichten. „So wie der Cyber 76 aus den 1970er-Jahren“, sagt Fachmann Schack. Der geliehene Personal Computer von damals ist dagegen ein Fliegengewicht. Mit einer Datasette verfügte er indes über ein Speichermedium, das damals Höhepunkt einer Entwicklung war, die wohl niemals zu Ende geht.


  • Computermuseum, Kulturinsel Dietrichsdorf, Eichenbergskamp 8, 24149 Kiel,
    Tel. (04 31) 2 10–1741
  • www.computermuseum-kiel.de
  • ÖPNV: Bus 11, Haltestelle Fachhochschule


Fahr hin und werd glücklich!

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Beitragsbild © Jens Höhner